Verschmutzung und Klima


"Die Gesundheit der Bevölkerung ist vorrangig" (Bundesrat, BAG)

Weshalb lassen Bundesrat, BAG und Kantone es zu, dass die Verschmutzungsgrenzwerte überschritten werden?

Weshalb wird die Gesundheit bei Covid-19-Massnahmen derart laut thematisiert, andernorts aber kaum?

Zum Beispiel:

Pestizidrückstände im Trinkwasser

Chlorothalonil des Basler Agrochemie-Konzerns "Syngenta" bzw. deren Abbauprodukte sind beide wahrscheinlich krebserregend.

Weshalb tolerierten das Bundesamt für Gesundheit BAG, das Bundesamt für Landwirtschaft BLW und das Bundesamt für Lebensmittelsicherheit und Veterinärwesen BLV den Einsatz dieses giftigen Wirkstoffs seit den 1970er Jahren? Wie arbeiten diese Ämter?

Bericht SRF

Bericht des Bundesamtes für Umwelt

Brunnenvergiftung 2020 - aus infosperber


Problemstoff Beton

Beton ist in verschiedener Hinsicht ein Problemstoff und trägt hauptsächlich in Städten mit zur Hitzeentwicklung im Sommer bei.


Stadtentgrünung (am Beispiel Hamburg)

Die Stadtentgrünung hat Folgen.


Jährlich mehr und grössere Fahrzeuge mit steigender Verschmutzung, Abfall, Feinstaub aus Abgasen / Pneuabrieb / Asphaltabrieb

Mobilität und Verkehr (Bundesamt für Statistik)

Mikroplastikpartikel durch Autoreifen (Auto Motor und Sport)

Autoreifen-Nanopartikel (Emission Analytics)

Reifenabrieb (Fraunhofer Studie, Zusammenfassung)


Landwirtschaft produziert Umweltprobleme

Gleichnamiger Bericht von Pro Natura im "Schweizer Bauer"


Tabakbedingte Todesfälle

Bericht des Bundesamtes für Statistik


Menschen im Strahlenmeer

Bericht Mobilfunk und Strahlung des UVEK

Link zu 5G auf dieser Website


"Gift auf unserern Tellern"

Einmal mehr steht der Basler Agrochemie-Konzern "Syngenta" in den Schlagzeilen.

Recherche von Public Eye


EU-Exportschlager Gift: Syngenta ist Nummer Eins

"Der Basler Agrochemiekonzern Syngenta ist Exportkönig von Pestiziden, die in der Schweiz und Europa verboten sind."

aus infosperber

Verbotene Pestizide: Die giftige Doppelmoral der Europäischen Union

"Die jüngste Datenrecherche von Public Eye und Unearthed deckt auf, in welchen Massen die Europäische Union Pestizide exportiert, die auf ihrem eigenen Boden verboten sind. Ein heuchlerisches Rechtssystem erlaubt es den Agrochemiekonzernen, Länder mit schwächeren Pestizidvorschriften im grossen Stil mit Substanzen zu beliefern, die in der EU-Landwirtschaft aufgrund ihrer Gefährlichkeit nicht mehr eingesetzt werden dürfen. Syngenta mit Sitz in Basel ist die Nummer Eins in diesem Geschäft."

aus Public Eye

Lonza findet hochgiftiges Benzidin – und sagt es niemandem

"Seit 2008 wusste Lonza, dass Benzidin aus ihrer Deponie Gamsenried ausläuft. Der Pharmakonzern hielt die Analyseergebnisse zurück."

aus infosperber

Deponie Gamsenried: Lonza-Schadstoffe laufen noch immer aus

"Lonza und die kantonale Dienststelle für Umwelt verschwiegen, dass die Lonza-Deponie das Grundwasser der Region Visp verschmutzte."

aus infosperber


Syngenta-Pestizid spielt grössere Rolle bei Vergiftungswelle

"Das Ausmass der Vergiftungsfälle mit dem Pestizid «Polo» von Syngenta in der indischen Region Yavatmal ist grösser als angenommen."

aus infosperber


Schweiz: Pestizide sind überall – auch in Bio-Betrieben

Tobias Tscherrig / 13. Nov 2020 - Greenpeace stellte bei Analysen auf Bio-Höfen zahlreiche Pestizid-Rückstände fest. Grund dafür ist die Verfrachtung durch die Luft.

Seit langem gibt es Hinweise darauf, dass sich umwelt- und gesundheitsschädliche Ackergifte auch über grössere Entfernungen hinweg vom ursprünglichen Einsatzort verbreiten. Pestizide legen auf dem Luftweg kilometerlange Strecken zurück, ihre Rückstände sind überall zu finden – so zum Beispiel auch in Naturreservaten oder in eigentlich biologisch geführten Landwirtschaftsbetrieben. Also auch dort, wo sie definitiv nichts zu suchen haben.

aus infosperber


Chlorothalonil wird nicht mehr akzeptiert

aus infosperber


Stellungnahme zum krebserregenden Unkrautvernichtungsmittel GLYPHOSAT durch das Deutsche Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR)

zum Bericht


Weitere Quellen

BIOSUISSE

pro natura


Initiative für eine Schweiz ohne synthetische Pestizide

Vortrag von Gottfried Glöckler.

In der ersten Hälfte des Vortrags beschäftigt er sich in der Tiefe mit Pestiziden, u.a. Roundup bzw. Glyphosat, dem Zulassungsprozedere und den Zulassungsmanipulationen. Im zweiten Teil nimmt er sich der Genmanipulation von Nahrungsmitteln und deren Folgen an.

Zum Video


Die EU exportiert mehrere Tausend Tonnen «Bienenkiller», die auf ihrem Boden verboten sind

"Trotz wachsendem Protest aus Wissenschaft und Bevölkerung halten die Agrochemiekonzerne am Geschäft mit bienenschädlichen Pestiziden fest und lassen jede Kritik an sich abperlen. Gleichzeitig schauen Regierungen tatenlos zu. Innerhalb von lediglich vier Monaten wurden aus der EU rund 3900 Tonnen Insektizide auf Basis von Neonicotinoiden exportiert, obwohl diese in der Gemeinschaft selbst verboten sind. Der Basler Konzern Syngenta ist in diesem Geschäft mit Abstand die Nummer eins."

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Europas Gift in alle Welt

Neonicotinoide sind in der EU und in der Schweiz verboten. Die Pestizid-Produzenten hindert das nicht, sie auswärts zu verkaufen.

Seit 2013 ist die Verwendung der Neonicotinoide Imidacloprid, Clothianidin und Thiametoxam in der EU eingeschränkt. Seit 2018 ist ihre Anwendung in der EU und in der Schweiz im Freiland verboten, weil sie Bestäuberinsekten schaden. Dennoch verkaufen sich die in Europa produzierten Gifte bestens. Die EU-Staaten und Grossbritannien exportierten 2020 in nur vier Monaten 3800 Tonnen davon in alle Welt, fand eine Recherche von «Public Eye» und «Unearthed», dem Investigativteam von Greenpeace Grossbriannien.

Grösster Abnehmer: Brasilien

Die verbotenen Neonicotinoide erfreuten sich vor allem in Ländern mit mittlerem und geringerem Einkommen grosser Beliebtheit. Allein die Hälfte der Neonicotinoid-Exporte ging nach Brasilien. Es folgen Russland, Ukraine, Argentinien, Iran, Südafrika, Singapur, Indonesien, Ghana und Mali. Länder, in denen viel Landwirtschaft betrieben wird und die deshalb eine wichtige Rolle bei der Erhaltung der globalen Biodiversität spielen.

Diese Daten stammen aus Unterlagen der EU-Behörden, die die beiden Organisationen über Öffentlichkeitsgesetze erlangt haben. Seit September 2020 müssen Unternehmen, die Neonicotinoide exportieren, ihre Exporte bei der EU bekanntmachen. Vom 1.September bis zum 31. Dezember 2020 wurden demnach in nur vier Monaten 3900 Tonnen Neonicotiniode für den Export angemeldet. Dafür stellte die EU 299 Genehmigungen aus.

Drei Viertel der Exporte stammen von Syngenta

Eine Menge, die laut Carla Hoinkes von «Public Eye» ausreicht, um Frankreichs Agrarflächen komplett zu spritzen. Der bedeutenste Hersteller dieser in Europa verbotenen «Neonics» war das Schweizer Unternehmen Syngenta mit 3426 Tonnen Insektiziden, die laut «Public Eye» 551 Tonnen Thiametoxam enthielten, gefolgt von Bayer mit 137,5 Tonnen Imidacloprid- und Clothianidinprodukten und der BASF mit 95,5 Tonnen eines Clothainidin-Mittels.

Produziert wurde unter anderem in Belgien, Frankreich und Grossbritannien – Ländern, die es als erwiesen ansehen, dass Neonicotinoide Bestäuber töten und die deren Nutzung erst eingeschränkt und dann weitgehend verboten haben. [...]

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Zahl der Umweltchemikalien wird unbeherrschbar

"Die Menge künstlicher Chemikalien erreicht ein Ausmass, das die Erde langfristig unbewohnbar machen könnte, warnen Wissenschaftler.

Das grösste Problem ist Plastik, zusammen mit hunderttausenden zugelassenen künstlichen Chemikalien wie Pestiziden, Antibiotika, Hilfs- und Werkstoffen. Ohne Chemikalien wäre die Menschheit nicht da, wo sie ist, in jeder Hinsicht.

Ausweichen kann man ihnen nirgendwo mehr, nicht einmal in der Tiefsee. Es sind zu viele und sie sind überall, schliesst ein Forscherteam, das eine Studie zu künstlichen Substanzen in «Environmental Science and Technology» veröffentlicht hat. Zahl und Menge künstlicher Substanzen sind für die Menschheit unbeherrschbar geworden. [...] Oder mit anderen Worten: Die Belastung der Erde mit Umweltchemikalien könnte die Menschheit auslöschen."

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Die Schweiz – Putins Kohlekraftwerk

"Obwohl die Schweiz ihr letztes Kohlebergwerk vor 75 Jahren geschlossen hat, erlebt die Branche eine Renaissance. Der Finanzplatz Zug hat sich darauf spezialisiert, die grossen russischen Bergbaukonzerne willkommen zu heissen, die jährlich über 225 Mio. Tonnen Kohle auf die Waage bringen – 3,5 Mal mehr als das viktorianische Grossbritannien, das auf dem Russ der industriellen Revolution aufgebaut wurde. Nach der Invasion der Ukraine und der Verhängung des Embargos für russische Kohle bis Ende August steht das helvetische «Kohledreieck», in dem 75% der russischen Exporte gehandelt werden, zum ersten Mal im Rampenlicht. Die Schweizer Behörden, die für die Durchsetzung der Sanktionen zuständig sind, scheinen bereits überfordert zu sein."

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Insektenkiller - Arte Doku

"Mit seinen Nahaufnahmen von Insekten wirkt dieser Film wie eine Ode an die Schönheit der Natur, doch gleichzeitig prangert er deren Bedrohung durch den massiven Einsatz von Neonikotinoiden an, sogenannten "systemischen" Insektiziden, die sich in allen Pflanzenzellen ausbreiten. Untersuchungen belegen, dass Chemikalien dieser Art auch die Gesundheit des Menschen beeinträchtigen.

Vor 30 Jahren musste ein Autofahrer etwa alle zwei Stunden einen Halt einlegen, um die Windschutzscheibe von Insekten zu reinigen. Heute kann er ganz Europa durchqueren, ohne auch nur ein einziges Mal vom Scheibenwischer Gebrauch zu machen, denn seit den 1990er Jahren ist die Gesamtbiomasse der Insekten um 75 Prozent zurückgegangen. Schuld daran ist der massive Einsatz von Neonikotinoiden, sogenannten "systemischen" Insektiziden, die sich in allen Pflanzenzellen ausbreiten. Sie sehen aus wie bunte Bonbons und scheinen völlig harmlos, doch sie haben eine stark toxische Wirkung. Weil immer mehr wissenschaftliche Untersuchungen vor den katastrophalen Folgen dieser Nervengifte warnen, setzen die Multis alles daran, den Kausalzusammenhang zwischen ihren Produkten und dem Insektentod zu vertuschen. Sie finanzieren unseriöse Studien, üben Druck auf Wissenschaftler und Forschungseinrichtungen aus, betreiben intensive Lobbyarbeit bei den Regulierungsbehörden und versuchen mit allen Mitteln, Einschränkungen und Verbote zu verhindern oder zu umgehen. Unterdessen schreitet das Insektensterben mit nie dagewesenem Tempo voran. Weil Insekten aber eine zentrale Rolle als Bestäuber und Teil der Nahrungsketten spielen, zieht die radikale Dezimierung alle Ökosysteme in Mitleidenschaft: Fischen und Vögeln geht das Futter aus, so dass sie ebenfalls immer weniger werden. Zudem belegen jüngere Studien, dass die Chemikalien auch die menschliche Gesundheit beeinträchtigen."

Link auf arte

Falls der Link auf arte nicht funktioniert, kann das Video hier geschaut werden


Große Mehrheit der Amerikaner hat Unkrautvernichter Glyphosat im Urin

Ein weit verbreitetes, aber umstrittenes Unkrautvernichtungsmittel, das mit Krebs in Verbindung gebracht wird, taucht in Menschen auf. In einer Regierungsstudie wurde Glyphosat in mehr als 80 % der Urinproben von Kindern und Erwachsenen in den USA nachgewiesen.

Im Rahmen eines Programms der Zentren für Krankheitskontrolle und -prävention (Centers for Disease Control and Prevention) fand die National Health and Nutrition Examination Survey Glyphosat in 1.885 von 2.310 Urinproben, die für die Gesamtbevölkerung repräsentativ waren. Fast ein Drittel der Proben stammte von Kindern im Alter von sechs bis 18 Jahren.

"Glyphosat ist das am weitesten verbreitete Herbizid in den USA, doch bis jetzt hatten wir nur sehr wenige Daten über die Exposition", sagte Alexis Temkin, Toxikologe bei der Environmental Working Group, am Montag in einer Erklärung. "Kinder in den USA sind diesem krebserregenden Unkrautvernichter regelmäßig über die Nahrung ausgesetzt, die sie fast täglich zu sich nehmen."

Die unkrautvernichtende Chemikalie ist der Wirkstoff in der weit verbreiteten Marke Roundup, die der deutsche Pharmakonzern Bayer übernommen hat, als er 2018 den amerikanischen Agrochemie-Riesen Monsanto kaufte.

Der Oberste Gerichtshof hat letzten Monat einen Antrag von Bayer abgelehnt, Tausende von Klagen abzuweisen, in denen behauptet wird, der Unkrautvernichter verursache Krebs. Die Richter des Obersten Gerichtshofs ließen ein Urteil in Höhe von 25 Millionen Dollar im Namen eines Mannes aus Kalifornien gelten, der behauptet, er habe ein Non-Hodgkin-Lymphom entwickelt, weil er jahrzehntelang Roundup auf seinem Grundstück verwendet habe.

Die Environmental Protection Agency (EPA) hatte im Jahr 2020 festgestellt, dass Glyphosat kein ernsthaftes Gesundheitsrisiko darstellt und es "nicht wahrscheinlich" ist, dass es beim Menschen Krebs verursacht, doch ein Bundesberufungsgericht ordnete letzten Monat an, dass die EPA ihre Ergebnisse erneut überprüfen muss.

Dennoch hat Bayer vier aufeinanderfolgende Gerichtsverfahren gegen Personen gewonnen, die behaupten, durch den Einsatz von Roundup Krebs bekommen zu haben, wobei kürzlich in Oregon ein Urteil zugunsten des Unternehmens erging.

Die Internationale Agentur für Krebsforschung - Teil der Weltgesundheitsorganisation - stuft Glyphosat als "wahrscheinlich krebserregend für den Menschen" ein.

Bayer behauptet, das Produkt sei sicher. Ein Sprecher des Unternehmens sagte, die CDC-Studie bestätige erneut, dass die Exposition des Menschen gegenüber Glyphosat gering sei.

"Die Daten der CDC sind eine weitere Bestätigung dafür, dass die Exposition des Menschen gegenüber Glyphosat weit unter den Werten liegt, die von den Aufsichtsbehörden zum Schutz der menschlichen Gesundheit festgelegt wurden", sagte Darren Wallis in einer per E-Mail übermittelten Erklärung. "Der höchste von der CDC gemeldete Wert (8,13 ng Glyphosat/ml Urin) entspricht einer Exposition, die weniger als 0,14 % des Sicherheitsschwellenwerts der US-Umweltschutzbehörde (EPA) ausmacht."

Bayer kündigte an, Glyphosat in Roundup für den privaten Gebrauch ab 2023 zu ersetzen. Produkte, die Glyphosat enthalten, werden weiterhin für den professionellen und landwirtschaftlichen Gebrauch erhältlich sein.

Spuren von Glyphosat wurden in einer Reihe von Lebensmitteln, einschließlich Babynahrung, sowie in Bio-Bier und -Wein und in Hummus und Kichererbsen gefunden.

Zum englischen Bericht auf MSN

Auf der deutschen Website von Friends of the Earth (die Sprache lässt sich oben rechts auf jener Website umschalten) gibt es einige weitere Berichte über Glyphosat


PFAS: Durchbruch bei der Zerstörung von ewigen Chemikalien

PFAS (Per- und polyfluorierte Alkylverbindungen) sind eine Gesundheitsgefahr und quasi ewig haltbar. Sie zu zerstören, galt bisher als schwierig, meist werden sie bei hohen Temperaturen verbrannt. Ein Team aus Forschenden der Northwestern University in Illinois, USA, hat nun eine einfache Methode gefunden, um sie in ungefährliche Bestandteile zu zerlegen.

Das Verfahren, das mit den gebräuchlichen Chemikalien Natriumhydroxid und dem Lösungsmittel Dimethylsulfoxid (DMSO) arbeitet, greift den Teil des Moleküls an, der nicht fluoriert ist. Der Rest wird dadurch instabil und zerfällt in kleine Teile, die relativ unschädlich sind.

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Die Monokultur-Mafia

Ein Molekularbiologe wurde Opfer einer weltweiten Diffamierungskampagne, nachdem er die katastrophale Wirkung des Monsanto-Pestizids "Roundup" nachwies.

Das globale System der industrialisierten Landwirtschaft ist ein Desaster. Profiteure sind die multinationalen Konzerne und die hinter ihnen stehenden Kreise. Für alle anderen, für die Bauern, für die sich ernährenden Menschen, für das Ökosystem, ist dieses System eine Katastrophe. Man kann die Frage stellen, weshalb nicht schon längst eine dezentrale bäuerliche und biologische Landwirtschaft auf der ganzen Fläche verwirklicht wurde. Um das zu verstehen, muss man sich von der Überzeugung verabschieden, dass die gesellschaftlichen Einrichtungen — die Politik mit Legislative und Exekutive, die Jurisdiktion, Zulassungs- und andere Behörden, die Wissenschaft und nicht zuletzt die Medien — dem Gemeinwohl dienen.

Noch immer sind die Mechanismen und Netzwerke der Macht weitgehend verborgen, und es erscheint kaum fassbar, wie zum Beispiel im Rahmen der Coronakrise in den meisten Ländern der Erde einschneidende Eingriffe in Grundrechte gleichsam im Gleichschritt vorgenommen wurden und werden. Ein soeben erschienenes Buch gibt tiefe Einblicke hinter die Kulissen und ermöglicht es zu verstehen, wie diese destruktiven Prozesse im Detail vonstattengehen.

Nur wenige Menschen dürften den Machenschaften der global agierenden Netzwerke so intensiv und über einen so langen Zeitraum ausgesetzt gewesen sein wie der französische Molekularbiologe Professor Gilles-Éric Seralini. Selbst ein Mordanschlag, der ihn auf die Intensivstation brachte, gehört zum Repertoire seiner unfreiwilligen Erfahrungen. In seinem soeben in deutscher Sprache erschienenen Buch "Die Affäre um die Monsanto Papers" (1), das er zusammen mit Jérôme Douzelet verfasst hat, gibt er umfassende Einsicht in diese Machenschaften, die den Interessen nur weniger dienen. Die beteiligten Personen und Institutionen, die zum Teil über Jahrzehnte aktiv waren und sind, werden beim Namen genannt.

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Ein Blick auf eine andere globale Erwärmung vor ca. 250 Mio. Jahren:

Die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursachte einst ein Massenaussterben - jetzt riskieren wir ein weiteres

zum englischen Originalartikel auf The Guardian

Die Küstenlinie von Devon zeigt, dass sich die Erde nach dem letzten Aussterbeereignis bis zu fünf Millionen Jahre lang in einem nahezu leblosen Zustand befand

Budleigh Salterton an der Südküste von Devon liegt oberhalb der furchterregendsten Klippen der Welt. Sie sind nicht besonders hoch. Auch wenn man nicht unter ihnen stehen möchte, sind sie nicht besonders einsturzgefährdet. Das Grauen nimmt eine andere Form an. Er ist in der Geschichte enthalten, die sie erzählen. Denn sie halten den Moment fest, in dem das Leben auf der Erde beinahe zu Ende gegangen wäre.

Die in diesen Felsen erhaltenen Sedimente wurden in der frühen Trias abgelagert, kurz nach dem größten Massenaussterben in der Geschichte des vielzelligen Lebens, das vor 252 Mio. Jahren die Permzeit beendete. Etwa 90 % der Arten starben aus, und Fische und vierfüßige Tiere wurden zwischen 30 Grad nördlich und 40 Grad südlich des Äquators mehr oder weniger ausgerottet.

Besonders bemerkenswert ist, dass sich die biologische Vielfalt (wenn auch nicht die Artenvielfalt) nach einem Massenaussterben in der Regel innerhalb weniger hunderttausend Jahre erholt, während unser Planet in den folgenden 5 Millionen Jahren in diesem nahezu leblosen Zustand verharrte. Wenn man diese Klippen untersucht, sieht man den Abgrund, an dem wir stehen.

Die unterste Schicht am westlichen Ende des Strandes ist ein Bett aus abgerundeten Kieselsteinen. Dabei handelt es sich um Steine, die von Sturzfluten von triassischen Bergen gewaschen und von temporären Flüssen in großen Halden abgelagert wurden. Da die Wälder und Savannen, die die Berge hätten bedecken können, abgestorben waren, gab es nichts, was den Boden und den Untergrund zusammenhielt, so dass die Erosion wahrscheinlich stark beschleunigt wurde.

Oben auf dem Kieselsteinbett befindet sich eine steinige Wüstenoberfläche. Die Kieselsteine wurden vom Wind in scharfe Winkel geformt und mit glänzenden Oxiden überzogen, was darauf schließen lässt, dass die Oberfläche lange Zeit unverändert war. Darüber erheben sich rote Sanddünen aus der Trias. Durch Erosion wurden diese weichen Ablagerungen zu Vertiefungen geformt, die unheimlich an mit Reißzähnen versehene und schreiende Totenköpfe erinnern.

Wir wissen heute, dass es zwei große Aussterbephasen gab. Der erste, der vor 252,1 Millionen Jahren begann, betraf hauptsächlich das Leben an Land. Er fiel mit einer Reihe massiver Vulkanausbrüche in der Region zusammen, die heute als Sibirische Falle bekannt ist. Die zweite, verheerendere Phase begann etwa 200.000 Jahre später. Sie führte zum fast vollständigen Aussterben des Lebens auf dem Land und löschte auch die meisten Arten im Meer aus.

Budleigh Salterton
Die Klippen bei Budleigh Salterton, Devon. Foto: Joana Kruse/Alamy

Auch wenn wir uns noch nicht sicher sind, könnte die erste Phase durch sauren Regen, Ozonabbau und Metallverschmutzung durch vulkanische Chemikalien ausgelöst worden sein. Mit der Vernichtung der Regenwälder und anderer Ökosysteme wurden weitere giftige Verbindungen aus den freiliegenden Böden und Gesteinen freigesetzt, wodurch ein eskalierender Kreislauf des Zusammenbruchs entstand.

Die zweite Phase scheint durch die globale Erwärmung ausgelöst worden zu sein. Vor 251,9 Millionen Jahren hatte sich so viel verfestigtes Gestein an der Oberfläche der Sibirischen Falle angesammelt, dass die Lava nicht mehr entweichen konnte. Stattdessen war sie gezwungen, sich unterirdisch entlang horizontaler Klüfte in Gesteinen auszubreiten, die reich an Kohle und anderen Kohlenwasserstoffen waren. Die Hitze des Magmas (der unterirdischen Lava) kochte die Kohlenwasserstoffe und setzte große Mengen an Kohlendioxid und Methan frei. Mit anderen Worten: Obwohl es keine Menschen auf dem Planeten gab, scheint diese Katastrophe durch die Verbrennung fossiler Brennstoffe verursacht worden zu sein.

Man geht davon aus, dass die Temperaturen um 8 bis 10°C angestiegen sind, obwohl ein Großteil der zweiten Phase des Aussterbens durch einen anfänglichen Anstieg von 3 bis 5°C verursacht worden sein könnte. Das zusätzliche Kohlendioxid löste sich auch in den Ozeanen, wodurch deren Säuregehalt so weit anstieg, dass viele Arten nicht mehr überleben konnten. Der Temperaturanstieg scheint die Meeresströmungen zum Stillstand gebracht zu haben, und zwar durch denselben Mechanismus, der jetzt die meridionale Umwälzbewegung des Atlantiks bedroht, die den Golfstrom antreibt. Als die Waldbrände auf dem gesamten Planeten wüteten und die Vegetation verbrannten, die die Oberfläche schützte, gelangten Asche und Erde ins Meer, was die Eutrophierung (einen Überschuss an Nährstoffen) auslöste. In Verbindung mit den hohen Temperaturen und der zum Stillstand gekommenen Zirkulation führte dies dazu, dass die verbliebenen Lebensformen keinen Sauerstoff mehr erhielten.

Eine im September als Preprint veröffentlichte Arbeit könnte erklären, warum die Erholung so lange dauerte. Da so viele der reichhaltigen Ökosysteme der Welt durch Wüsten ersetzt worden waren, hatten die Pflanzen Mühe, sich wieder zu etablieren. Ihr Gesamtgewicht auf der Erde ging um etwa zwei Drittel zurück. In diesen 5 Millionen Jahren bildeten sich keine Kohlevorkommen, da die Pflanzenproduktion nicht ausreichte, um Torfmoore zu bilden. Mit anderen Worten: Die natürlichen Prozesse, die CO2 aus der Atmosphäre entfernen und in Holz und Boden umwandeln oder als fossilen Kohlenstoff vergraben, kamen zum Stillstand. 5 Jahre lang war die Welt in diesem Treibhauszustand gefangen. An den Klippen am östlichen Ende der Bucht kann man sehen, wann sich die Bedingungen endlich zu ändern begannen, denn die versteinerten Wurzeln der Halbwüstenpflanzen winden sich durch die alten Sanddünen.

Die Geschichte, die die Klippen erzählen, handelt von planetarischen Kipppunkten: Erdsysteme überschritten ihre kritischen Schwellenwerte, über die hinaus sie in einen neuen Gleichgewichtszustand kollabierten, der nicht ohne weiteres rückgängig gemacht werden konnte. Es war eine Welt, die fast allen großen Lebensformen feindlich gesinnt war: Die Ungeheuer des Perm wurden fast überall durch eine Zwergfauna ersetzt.

Könnte es wieder passieren? Zwei parallele und widersprüchliche Prozesse sind im Gange. Auf den Klimagipfeln gehen die Regierungen schwache freiwillige Verpflichtungen ein, um die Produktion von Treibhausgasen zu begrenzen. Gleichzeitig will fast jeder Staat mit bedeutenden fossilen Reserven - auch das Vereinigte Königreich - so viel wie möglich abbauen. Ein Bericht von Carbon Tracker zeigt, dass die Verbrennung aller weltweiten Reserven an fossilen Rohstoffen das von den Regierungen vereinbarte Kohlenstoffbudget um das Siebenfache übersteigen würde. Zwar ist in diesen Reserven weniger Kohlenstoff enthalten als während des Aussterbens der Perm-Trias, doch könnte die Freisetzung aufgrund des komprimierten Zeitrahmens für das Leben auf der Erde genauso tödlich sein. Der Anstieg des atmosphärischen CO2 am Ende des Perms dauerte etwa 75.000 Jahre, aber viele unserer fossilen Brennstoffreserven könnten in wenigen Jahrzehnten verbraucht sein. Schon jetzt scheinen wir uns einer Reihe von möglichen Kipppunkten zu nähern, von denen einige einen kaskadenartigen Zusammenbruch auslösen könnten.

Alles hängt nun davon ab, welcher Prozess sich durchsetzt: die manchmal gut gemeinten, aber immer schwachen Versuche, die Verbrennung von fossilem Kohlenstoff einzuschränken, oder die rücksichtslose Entschlossenheit - oft von Seiten derselben Regierungen -, so viel wie möglich davon abzubauen (und damit zu verbrennen) und den Profiten der alten Industrien Vorrang vor dem Leben auf der Erde zu geben. Auf dem Klimagipfel, der diesen Monat in Ägypten stattfindet, einem Land, in dem Proteste verboten sind und die Interessen des Volkes jederzeit den Interessen der Macht untergeordnet werden müssen, werden wir sehen, wie nah am Abgrund die Regierungen der Welt uns zu bringen gedenken.


11.11.2022 COP27: Imperialistische Mächte geben Klimazusagen auf dem COP 27-Gipfel auf

Englischer Originalartikel auf wsws.org

Fast hundert Staatsoberhäupter und 45.000 Delegierte aus 200 Ländern nehmen an der 27. Klimakonferenz der Vereinten Nationen (COP 27) teil, die Anfang dieser Woche in Sharm el-Sheikh, Ägypten, begann. Es handelt sich um eine der größten internationalen Tagungen der letzten Zeit.

Doch anders als bei früheren Klimagipfeln versuchen die Teilnehmer kaum, den Eindruck zu erwecken, dass sie etwas gegen die Klimakatastrophe unternehmen. Die angereisten Chefs der imperialistischen Regierungen lasen ein paar hohle Phrasen über Umweltschutz vom Teleprompter ab und verschwanden dann in den Hinterzimmern, um ihre Beteiligung an den Konflikten mit Russland und China und Pläne zur Beherrschung der ehemaligen Kolonialländer zu planen.

Der Stellvertreterkrieg der NATO gegen Russland in der Ukraine und die Vorbereitung einer militärischen Konfrontation mit China haben eine neue Neuaufteilung der Welt zwischen den imperialistischen Mächten eingeleitet, die auf allen Kontinenten, einschließlich der Polarregionen, und mit allen verfügbaren wirtschaftlichen, politischen und militärischen Mitteln ausgetragen wird. Der "Klimaschutz" wird in den Dienst dieser imperialistischen Machenschaften gestellt - und in sein Gegenteil verkehrt.

Der ägyptische Diktator Abdel Fatah al-Sisi sorgt als Gastgeber der Konferenz für den ungestörten Ablauf der imperialistischen Ränkespiele. Der luxuriöse Touristenort Sharm el-Sheikh an der Spitze der Sinai-Halbinsel ist außer mit dem Flugzeug kaum zu erreichen. Er wird von einer Armee schwer bewaffneter Soldaten bewacht, die jeden Protest unterdrücken. Für Umweltaktivisten, die es dennoch bis zum Konferenzort geschafft haben, wurde eine spezielle Zone eingerichtet, in der sie fernab der Öffentlichkeit und unter den wachsamen Augen der Sicherheitskräfte protestieren können.

Al-Sisi, der 2013 durch einen blutigen Staatsstreich an die Macht kam, regiert Ägypten mit eiserner Faust. Er lässt weder eine ernsthafte politische Opposition noch Meinungs- und Pressefreiheit zu. 60 000 politische Gefangene sind in den Gefängnissen seines Regimes eingesperrt, viele von ihnen in der Todeszelle. Folter und außergerichtliche Tötungen sind an der Tagesordnung. Unmittelbar vor Beginn der Konferenz wurden in mehreren ägyptischen Städten etwa 150 Personen aus politischen Gründen verhaftet.

Doch während die imperialistischen Mächte nicht müde werden, sich gegenüber China oder anderen Rivalen auf die "Menschenrechte" zu berufen, haben sie in Ägypten auf diesen Grundsatz verzichtet. Immerhin ist al-Sisi einer ihrer wichtigsten Verbündeten im Nahen Osten.

"Auf dem Weg in die Klimahölle"

In einem seltenen Anflug von Ehrlichkeit eröffnete UN-Generalsekretär António Guterres die Klimakonferenz mit der Warnung, die Welt befinde sich "auf dem Highway zur Klimahölle - mit dem Fuß auf dem Gaspedal". Dies war keine verbale Übertreibung, sondern eine nüchterne Feststellung der Tatsachen.

Alle verfügbaren wissenschaftlichen Daten zeigen, dass die Treibhausgasemissionen - die Hauptursache für die globale Erwärmung - 30 Jahre nach der ersten Weltklimakonferenz in Rio de Janeiro weiter ansteigen. Zwischen 1850 und 1960 stieg die CO2-Konzentration in der Atmosphäre linear von 285 auf 320 Prozent pro Million, und seitdem ist sie exponentiell auf 418 Prozent angestiegen. Die Kurve zeigt weiter nach oben.

Das auf der Weltklimakonferenz 2015 in Paris festgelegte Ziel, die Erderwärmung auf 1,5 Grad Celsius gegenüber dem vorindustriellen Niveau zu begrenzen, ist längst aufgegeben worden. Die UNFCCC hat errechnet, dass die Emissionen bis 2030 um weitere 10,6 Prozent steigen werden, selbst wenn sich alle Länder an die von ihnen vorgelegten nationalen Reduktionspläne (NDCs) halten. Um das 1,5-Grad-Ziel zu erreichen, wäre jedoch eine Emissionsreduktion von 43 Prozent notwendig. Die derzeitigen Pläne begrenzen die globale Erwärmung laut UNFCC bestenfalls auf 2,5 Grad bis 2100. Bislang haben nur 26 von fast 200 Ländern überhaupt NDCs vorgelegt.

Die sich anbahnende Katastrophe ist bereits sichtbar. Obwohl sich die Erde seit Ende des 19. Jahrhunderts nur um 1,15 Grad erwärmt hat, zerstören extreme Wetterereignisse wie Hitzewellen, Starkregen und Wirbelstürme die Lebensgrundlagen von Millionen von Menschen. Der Anstieg des Meeresspiegels infolge des Abschmelzens der Gletscher und Polkappen wird zu noch größeren Katastrophen führen.

Die Überschwemmungen in Pakistan, bei denen in diesem Sommer 1.700 Menschen starben, mehr als 12.000 verletzt wurden und mindestens 33 Millionen Menschen vertrieben wurden, geben einen Eindruck von den kommenden Dramen. In der Zwischenzeit breiten sich Krankheiten wie Malaria, Denguefieber und Cholera in dem verwüsteten Land unkontrolliert aus und fordern weiterhin Menschenleben.

Ähnliche Katastrophen ereignen sich in Afrika, die von den internationalen Medien weitgehend ignoriert werden. Weite Teile der zentralen Sahelzone stehen derzeit unter Wasser. Nach jahrelanger Dürre haben die Überschwemmungen den letzten fruchtbaren Boden weggespült und ganze Städte überflutet. In Tschad, Nigeria, Südsudan und Sudan sind Millionen von Menschen betroffen. Gleichzeitig hält die jahrelange Dürre in Äthiopien, Somalia, Teilen Kenias und im Süden Madagaskars an und bedroht weitere Millionen Menschen mit Hunger und Tod.

Auch in Europa und den USA haben Zahl und Ausmaß von Waldbränden, Überschwemmungen und Tornados in den letzten Jahren spürbar zugenommen.

Doch die imperialistischen Mächte rasen auf den Abgrund zu. Vor dem Gipfel in Sharm el-Sheikh gibt es keine Vorschläge für einen Richtungswechsel. Im Gegenteil: Die völlig unzureichenden Beschlüsse früherer Weltklimakonferenzen sind seit ihrer Verabschiedung weitgehend ad acta gelegt worden.

Krieg und Klima

Einer der Hauptgründe dafür ist die imperialistische Offensive gegen Russland und China.

Die Sanktionen gegen russisches Gas und Öl haben zu einer Explosion der Energiepreise geführt. Viele Länder haben deshalb beschlossen, wieder auf Kohle und andere emissionsintensive Energieträger zu setzen und bereits beschlossene Ausstiegsprogramme aus der Kohle auf Eis zu legen. Vor allem ärmere Länder sind aufgrund der hohen Energiepreise und der steigenden Kreditzinsen kaum in der Lage, den Übergang zu umweltfreundlicher Energie zu finanzieren.

Der Mangel an russischem Gas hat auch zu einem "aggressiven Ausbau" von Flüssiggaskapazitäten geführt, wie der Climate Action Tracker, ein internationales Team von Klimaforschern, in seinem jüngsten Bericht in Sharm el-Sheikh feststellt. Auf allen Kontinenten zusammengenommen wird die LNG-Kapazität bis 2030 um 235 Prozent steigen, so dass am Ende des Jahrzehnts bei voller Kapazitätsauslastung doppelt so viel Flüssigerdgas verbraucht wird, wie Russland im vergangenen Jahr exportiert hat. Die klimaschädlichen Kohlendioxidemissionen stiegen damit auf knapp zwei Milliarden Tonnen, was mit einer Begrenzung der Erderwärmung "unvereinbar" ist.

Hauptnutznießer dieser Entwicklung sind Länder wie die USA und Katar, die ihre Gasüberschüsse dank der LNG-Technologie über große Entfernungen verkaufen können.

Die Bestrebungen der imperialistischen Mächte, ihre Abhängigkeit vom chinesischen Markt und seinen Produkten und Rohstoffen in Vorbereitung eines Krieges gegen China zu verringern, haben einen erbitterten Kampf um Alternativen ausgelöst, der in Scharm el Scheich teils offen, teils verdeckt ausgetragen wurde.

Besonders dreist ging die deutsche Regierung vor, die unter dem Deckmantel des Klimaschutzes schamlos ihre wirtschaftlichen und geopolitischen Interessen verfolgte. Die Grünen, die das Außen-, Wirtschafts- und Umweltministerium führen, spielen dabei eine führende Rolle.

Bundeskanzler Olaf Scholz (SPD) nutzte seinen zweitägigen Besuch in Sharm el-Sheikh, um den Zuschlag für das größte Bauprojekt in der modernen Geschichte Ägyptens zu erhalten, ein Milliardenprojekt. Ein Konsortium um Siemens Mobility wird ein 2.000 Kilometer langes Hochgeschwindigkeitsnetz bauen und dafür Personenzüge und Güterlokomotiven liefern. Betrieben wird das Netz von einer Tochtergesellschaft der Deutschen Bahn, der Deutschen Bundesbahn.

Der Bundeskanzler hat - in offensichtlichem Widerspruch zu den offiziellen klimapolitischen Zielen seiner Regierung - die Erschließung neuer Gasfelder mit dem Senegal vereinbart. Auch auf den Kongo hat Deutschland ein Auge geworfen. Das Land sei "reich gesegnet mit Rohstoffen wie Diamanten, Gold, Kupfer, Kobalt, Zinn und Lithium", schreibt die konservative FAZ in einem schmeichelhaften Artikel über die kongolesische Aktivistin Neema Namadamu, die am Klimagipfel teilnahm. Neue Öl- und Gasvorkommen stoßen in letzter Zeit auf großes Interesse. Zumal die westlichen Staaten verzweifelt nach alternativen Lieferanten zu Russland suchen.

Nicht alle der anwesenden Regierungschefs zeigten ihre imperialistischen Ambitionen so offen wie Scholz. Aber es besteht kein Zweifel, dass Emmanuel Macron, Rishi Sunak, Giorgia Meloni, Ursula von der Leyen und Joe Biden, der der Klimakonferenz am Freitag auf dem Weg zum G20-Gipfel in Bali einen späten Besuch abstattete, mit "unwiderstehlichen Angeboten" ähnlichen Druck auf andere Delegationen in Sharm el-Sheikh ausübten.

Die Klimakrise erfordert eine sozialistische Lösung

Wenn es noch eines Beweises bedurft hätte, dass die Klimakatastrophe nicht durch Druck auf kapitalistische Regierungen und Politiker gestoppt werden kann, dann hat ihn der Gipfel in Sharm el-Sheikh geliefert. Der Grund für das Scheitern dieser Perspektive, die von Fridays for Future und anderen Umweltbewegungen vertreten wird, liegt nicht nur in den böswilligen Absichten einzelner Regierungen oder Politiker, sondern im Charakter des kapitalistischen Systems, das sie verteidigen.

Die Klimakrise kann nur global gelöst werden. Treibhausgase machen nicht an Landesgrenzen halt, und eine ökologisch nachhaltige Organisation der Energieversorgung ist nur im globalen Maßstab möglich. Die wissenschaftlichen Erkenntnisse, technischen Mittel und materiellen Ressourcen für eine solche Lösung sind vorhanden, und in den letzten Jahrzehnten wurden in diesen Bereichen enorme Fortschritte erzielt.

Aber eine solche globale Lösung ist nicht möglich in einem Gesellschaftssystem, das auf Nationalstaaten basiert, die erbittert um die globale Vorherrschaft kämpfen, und in dem jeder Aspekt des Wirtschaftslebens dem Profit und der Bereicherung einer kleinen Minderheit untergeordnet wird.

Laut einer neuen Studie von Oxfam sind 125 Milliardäre und ihre Investitionen für mehr Treibhausgasemissionen verantwortlich als Länder wie Frankreich, Ägypten oder Argentinien. Einer dieser Milliardäre stößt jährlich 393 Millionen Tonnen CO2 aus, eine Million Mal mehr als jeder Angehörige der unteren 90 Prozent der Gesellschaft.

Um ihren Reichtum und ihre Privilegien zu verteidigen, sind die Kapitalisten und ihre Regierungen zu allem fähig. Ihre Gleichgültigkeit gegenüber Menschenleben haben sie bei der Pandemie bewiesen, als sie Profite über Menschenleben stellten. Aus diesem Grund sind weltweit offiziell fast 7 Millionen Menschen an dem Coronavirus gestorben, die hohe Dunkelziffer nicht mitgerechnet. Und die Pandemie breitet sich weiter aus. Die gleiche Rücksichtslosigkeit zeigen sie, wenn sie einen Atomkrieg mit Russland und China riskieren, der die menschliche Zivilisation bedroht, und wenn sie den Klimawandel weiter anheizen.

Wie eine in der Zeitschrift Nature veröffentlichte Studie zeigt, besteht ein enger Zusammenhang zwischen der Pandemie und der Klimakrise. Die Studie kommt zu dem Schluss, dass der fortschreitende Klimawandel das Potenzial für die Ausbreitung von Viren, die bereits in Tierpopulationen vorhanden sind, auf den Menschen drastisch erhöhen wird, wie dies bereits bei SARS-CoV-2, HIV und Ebola der Fall war.

Die Klimakrise erfordert eine sozialistische Lösung. Nach dem Beginn des Zweiten Weltkriegs schrieb Leo Trotzki, der führende Sozialist und Marxist seiner Zeit:

"Mit dem heutigen Stand der Technik und dem Können der Arbeiter ist es durchaus möglich, angemessene Bedingungen für die materielle und geistige Entwicklung der gesamten Menschheit zu schaffen. Es wäre nur notwendig, das Wirtschaftsleben in jedem Land und auf dem ganzen Planeten nach einem allgemeinen Plan richtig, wissenschaftlich und rationell zu organisieren. Solange jedoch die wichtigsten Produktivkräfte der Gesellschaft in den Händen von Trusts, d.h. von isolierten kapitalistischen Cliquen, sind und solange der Nationalstaat ein gefügiges Werkzeug in den Händen dieser Cliquen bleibt, muss der Kampf um Märkte, um Rohstoffquellen, um die Beherrschung der Welt unweigerlich einen immer zerstörerischeren Charakter annehmen. Die Staatsmacht und die Herrschaft über die Wirtschaft kann nur durch die revolutionäre Arbeiterklasse den Händen dieser räuberischen imperialistischen Cliquen entrissen werden."

Das gilt heute noch genauso wie damals. Die Überwindung der Klimakrise - ebenso wie der Kampf gegen Krieg und soziale Verwüstung - ist nur durch den Aufbau einer unabhängigen, sozialistischen Bewegung der internationalen Arbeiterklasse und den Sturz des Kapitalismus möglich.


11.11.2022: COP27 mit explosiven Interessenlagen

Die Überschwemmungen in Pakistan, Rekordwärme in Europa, verheerende Waldbrände an alle Ecken der Welt usw. usw. sind Hintergründe der Rede des Generalsekretärs der UNO zur Weltklimalage auf der COP27.

Gleichfalls im Blick hat er sicherlich die unzureichenden Ergebnisse der vorangegangenen 26 Klimakonferenzen. Die Brisanz der Tagung in Ägypten begründet sich in den anhaltenden gegensätzlichen Interessenlagen der Regierungen der G7 und den weiterhin unwürdigen Bedingungen in den Ländern der 3. Welt, die zu Flüchtlingswellen führen, aber oft verschlossene Tore an den Grenzen Europas und den USA finden.

Deutschlands Beitrag zur COP27 soll nach Meinung des Bundeskanzlers ein Club der Reichen sein, der Regeln und Standards für den notwendigen Umbau der Industriezweige schafft und Kapital bereitstellt. Als Büro schlägt er schon vorsorglich Frankfurt am Main vor. Die Konzepte der Grünen Partei sehen in der gegenwärtigen Weltklimalage wirtschaftliche Unabhängigkeiten durch Abschottung von der internationalen Arbeitsteilung vor. Russland und China liegen im Blickfeld. Koste es, was es wolle, und sei es mit einer Inflation, die das Volk zu tragen hat. Hoffentlich kommen die Länder der 3. Welt nicht auf die Idee, die Länder der G7 im grünen Stile nicht mehr mit Erdöl u.a. Rohstoffen zu beliefern, um nicht abhängig vom Kapital zu sein. Ihr kleinerer Anteil am Nutzen der Exporte hat ja in der Vergangenheit nie ausgereicht, um ihren Lebensstandard auf ein würdiges Niveau zu heben.

Inzwischen hat der weltgrößte Verbund von 550 Kapitalinstituten (GFANZ, mit 150 Billionen US Dollar auf der Habenseite) entschieden, sich nicht an einer UN-Initiative zum Ausstieg aus fossilen Brennstoffen zu beteiligen, schreibt die Berliner Zeitung vom 08.11.2022.

Der von der EU vorgeschlagene Verkaufsstopp von Neuwagen ab 2035 ist ein Schelmenstreich. Altfahrzeuge können noch weiter viele Jahre die Luft verschmutzen.

Die Differenzen zwischen den Teilnehmerstaaten der Konferenz in Ägypten sind außerordentlich hoch. Eine weitere Hürde: Für das Abschlussprotokoll gilt ja nicht Prinzip "Ein Land, eine Stimme", wie es im Rat der gegenseitigen Wirtschaftshilfe üblich war, d.h. mit Vernunft und Wissenschaft als Basis. Für die COP27 gilt auf Umwegen die Stimmenmehrheit des Geldkapitals. Das aber ist eine Frage des gesellschaftlichen Systems.

Die künftige Bewohnbarkeit der Erde, mit einem erträglichen Klima für Menschen, steht weiter in Gefahr und sie ist nicht gesichert. Auch nicht die biologische Artenvielfalt der Erde. Kriegsaktionen in der Ukraine und anderswo verschlimmern Lage und Aussichten.

Die Ursachen des negativen Klimawandels sind noch nicht beseitigt. Ein internationaler bindender Vertrag zwischen den Mitgliedsländern der UNO ist noch nicht in Sicht. Die Hauptursachen liegen im überbordenden Wachstum der Gewinne zum privaten Gebrauch der Vorstände. Sie liegen in der fehlenden Beachtung der physikalischen, biologischen, chemische Gesetze der Natur. Der Mensch entnimmt der Natur mit seiner Gewinnlogik und dem Egoismus mehr als er zum Überleben braucht. Schäden an die Natur werden nicht geahndet. Die Natur ist bisher nur in den Verfassungen einiger lateinamerikanischen Länder "Rechtssubjekt".

Artikel von pressenza


10.12.2022 Ein Land ertrinkt in Gift

Costa Rica gehört zu den Ländern mit dem höchsten Pestizideinsatz auf dem amerikanischen Kontinent. Eine kürzlich vom Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen (UNDP) veröffentlichte Studie des Agrarwissenschaftlers Elidier Vargas Castro zeigt, dass Costa Rica weit mehr Pestizide einsetzt als die anderen amerikanischen Mitgliedstaaten der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung (OECD). Die meisten der eingesetzten Giftstoffe gelten als hochgefährlich. Nach offiziellen Angaben der Staatlichen Pflanzenschutzbehörde liegt der sogenannte Hektaraufwand (l/ha), also die pro Hektar eingesetzte Menge an Pestiziden, in Costa Rica im Durchschnitt zwischen 10 und 11,5 Kilogramm. Länder wie Kanada, den Vereinigten Staaten, Mexiko, Chile und Kolumbien, die ebenfalls der OECD angehören, oder Ecuador, Honduras und Guatemala, die ähnliche landwirtschaftliche Bedingungen aufweisen, verbrauchen durchschnittlich 2 kg. Die Zahlen, die das Entwicklungsprogramm der Vereinten Nationen einbringt, sind noch alarmierender. Laut UNDP-Erhebungen wurden in Costa Ricas im Zeitraum 2012–2020 im Durchschnitt über 34 kg I/ha eingesetzt. Die Diskrepanz ist allerdings auf einen Unterschied in den Berechnungen zurückzuführen: Das Pflanzenschutzamt berücksichtigt die gesamte Aussaatfläche auf nationaler Ebene (Acker- und Weideland), während das UN-Programm nur die Anbauflächen berücksichtigt.

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Syngenta exportiert fast 100 Tonnen in EU verbotene Pestizide

Seit 2021 will die Schweiz den Export gefährlicher Chemikalien unterbinden, doch die Verbots-Liste ist löchrig und veraltet.

«Vertrauliche Dokumente der deutschen Behörden belegen, dass Syngenta allein dieses Jahr die Ausfuhr von fast 100 Tonnen Pestiziden, die in der Schweiz und der EU verbotene Substanzen enthielten, aus Deutschland in die Schweiz gemeldet hat. Von hier sollten sie anschliessend in Drittländer gehen.» Das geht aus Recherchen der Schweizer NGO Public Eye hervor. Das Wesentliche daraus fasst Infosperber im Folgenden zusammen.

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Kampf um die Erde: Der "Great Reset" und Totalitarismus gegen die echte grüne Revolution

Seit der Corona-Krise sind Klaus Schwab und das Weltwirtschaftsforum (WEF) ins Zentrum einer Vielzahl von Verschwörungstheorien gerückt. Die meisten dieser "Nachrichten" sind so einseitig, schlecht oder gar nicht mit verlässlichen Quellen versehen und voller alter Klischees ("sie kommen, um uns zu holen", "alle Reichen sind böse"), dass sie sich selbst diskreditieren. Aber leider stehen die Demokratie, unsere Gesundheit und die Lebenswelt unseres Planeten Erde tatsächlich unter ernsthafter Bedrohung. Wenn auch nicht unbedingt von dort, von wo wir es erwarten würden.

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Reden und diskutieren wir mit Andersdenkenden - Setzen wir uns für unsere Anliegen ein - Demonstrieren wir - Seien wir Ungehorsam - Handeln wir friedlich.